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Nahrungsergänzungsmittel --- Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe - Unterschiede in Europa?

Warum sind die Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln europaweit unterschiedlich?


Nahrungsergänzungsmittel (NEM) aus der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder aus dem Online-Shop enthalten Vitamine und Mineralstoffe in unterschiedliche Dosierungen. Für eine sichere und sinnvolle Dosierung orientiert sich die Wissenschaft an verschiedenen Kenngrößen. Entscheidend ist der sog. „Tolerable Upper Intake Level“ (UL). Dies ist die wissenschaftlich anerkannte Obergrenze für eine sichere Gesamtzufuhr, die täglich und ein Leben lang aufgenommen werden kann, ohne dass negative Effekte zu erwarten sind.


Auf Basis dieser Kenngrößen wurden Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in NEM erarbeitet. Die Höchstmengen liegen deutlich unter dem UL und berücksichtigen auch die Aufnahmen von Vitaminen und Mineralstoffen über die Nahrung. Die Höchstmengenempfehlungen für NEM werden in Deutschland vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erstellt, man findet sie hier:



Die Richtlinie 2002/46/EG sieht eine einheitliche und europaweite Festlegung von Höchstmengen vor. Allerdings ist es bisher in Europa nicht gelungen, hierzu einen Konsens zu finden, was europaweit zu unterschiedliche Höchstmengen-Vorschläge für NEM führt: so sind die nationalen Höchstmengen für Vitamin C in Italien bei 1000 mg - in Deutschland hingegen nur 250 mg pro Tag.


Die Verbraucherzentrale in NRW hat die unterschiedlichen Höchstmengen in Europa in einer Tabelle zusammengefasst.



Seit Jahren bemühen sich verschiedene Verbände und die Industrie um europaweit einheitliche Höchstmengen.


Anfang 2020 wurden die Beratungen hierzu auf europäischer Ebene wieder aufgegriffen. Die ersten Sicherheitsbewertungen der EFSA u.a. für Vitamin A, Folsäure, Vitamin D oder Eisen liegen vor. Die letzte Bewertung für Mangan ist für Sommer 2024 angekündigt. Im Anschluss werden Vorschläge für Höchstmengen an die EU-Mitgliedstaaten weitergeleitet – gemeinsame Höchstwerte für Vitamine und Mineralstoffe in NEM sind daher nicht vor Ende 2024 / Anfang 2025 wahrscheinlich.

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